Fairphone

Neben der fairen Maus (siehe auch) gibt es das Projekt „Fairphone“ von der gleichnamigen niederländischen Firma „Fairphone B.V.“.

Fairphone

Fairphone versucht alle Komponenten nachhaltig und konfliktfrei produzieren zu lassen. Das ist immer eine schwierige Aufgabe, weil das eigentlich niemand will. Die Rohstofflieferanten wollen Geld verdienen, wozu sollen sie die Arbeit sonst machen. Die Produzenten wollen ebenfalls Geld verdienen. Und die Hersteller werden meist noch von Aktionären gehalten, da wollen alle Geld verdienen. Und am Ende der Kette steht ein Kunde, der will möglichst wenig bezahlen, aber möglichst viel dafür bekommen.

Also alles in allem sind die Nachhaltigkeit der produzierten Teile oder die Herkunft der Rohstoffe so ziemlich das letzte was irgendjemanden interessiert. Im besten Fall sind diese Dinge irrelevant, im schlimmsten Fall sogar kontraproduktiv. Mehrkosten ohne mehr Gewinn sind kontraproduktiv. Selbst Qualität kann kontraproduktiv sein. Warum nur alle 5 Jahre etwas verkaufen, wenn man jedes Jahr etwas verkaufen kann?

Das macht es für die, die etwas anders machen wollen, sehr schwierig. Sie schwimmen komplett gegen den Strom, und haben Anforderungen die nicht nur sonst niemand hat, sondern auch noch monetär nicht rentabel sind. Das macht es vor allem schwer Partner zu finden.

Trotzdem hat die „Fairphone B.V.“ es getan. Genau wie Susanne Jordan mit ihrer Maus. Und sie hatten Erfolg. Trotz aller Schwierigkeiten und Probleme im Laufe der Zeit ist die Produktion auch beim Fairphone angelaufen. Die ersten sind ausgeliefert.

  • Quad-Core
  • 1 GB RAM
  • 16 GB Speicher
  • 4,3 Zoll Touchscreen (960 × 540 Pixel, 254 dpi)
  • 8MP Kamera
  • 1,3 MP Front-Kamera
  • Dual-SIM, microSD
  • WLAN, Bluetooth, GPS
  • Android 4.2 mit Root-Zugriff

Fairphone

Der Heise-Verlag hat eins bekommen und beschreibt einen Kurztest. Demnach ist das Gerät ungewohnt schwer (163 Gramm) und dick (1 cm). Letzteres liegt daran das Display und Glas nicht verklebt sind, um einen Austausch zu erleichtern. Der Eindruck ist allgemein wertig, das Display gefällt gut. Die Akkulaufzeit ist Mittelklasse. Die Kamera enttäuscht unter anderem mit einem Rotstich (scheinbar ein Softwareproblem). Die Dual-SIM- und Telefonfunktionen funktionieren reibungslos. Alles in allem ein gutes Gerät der unteren Mittelklasse lautet das Fazit.

Dafür das es sich um einen ersten Wurf eines neuen Unternehmens handelt, das unter erschwerten Bedingungen agiert, und wenn man bedenkt das keiner der großen Hersteller auch nur annähernd etwas ähnliches auf die Beine gestellt hat, beachtenswert!

Ein Ziel des ganzen Projektes war es, mit einem positiven Beispiel die Produktionswege in der IT offen zu legen. Ein Durchstich mit anschließendem Durchblick. Schon deswegen dürfte sich die Lektüre lohnen. Wo sonst findet man eine komplette Aufschlüsselung darüber wo jeder Euro des Kaufpreises bleibt?

 

Fairphone-Website

Fairphone-Cost-Breakdown (pdf)

 

Wikipedia: Fairphone

Heise: Fairphone im Kurztest

Heise, Kommentar: Das Fairphone ist gut genug

areamobile.de: Fairphone gut genug

testberichte.de: Fairphone

Heise, Fair & Green IT: Kritisieren ist einfach, besser machen schwierig

Update:

Ein Test des Fairphone auf Golem: Glückliches Smartphone aus fairem Anbau

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