Heute vor 40 Jahren, am 26. Oktober 1984, kam ein Film in die Kinos der zum Kult werden sollte. Und der seinen Kultfaktor noch verstärken sollte nachdem wir das KI-Thema in den letzten Jahren so reichhaltig in den Medien hatten. Skynet, aktueller denn je?

Als Figur des Terminator ist Arnold Schwarzenegger nicht wegzudenken. Ebenso wie sein zum geflügelten Wort gewordener Spruch „I’ll be back“, ich komme wieder. Dank des Akzent des Österreichers, und der damit einhergehenden hölzernen englischen Aussprache, wirkte die Verkörperung der Maschine sogar noch besser.
Das ganze passte irgendwie zu dem eigentlich als low-budget Film produzierten Werk das dank viel Hingabe und sorgfältiger Planung trotzdem ein kleines Meisterwerk wurde. Immerhin war es die Grundlage für eine ganze Reihe von Filmen und begründete sein eigenes kleines Science-Fiction-Universum inklusive treuer Fangemeinde.
Reichlich Stoff gibt es. Irgendwann wird irgendwie eine große KI namens Skynet aktiv, und die entscheidet das die Menschen eine Bedrohung sind. Also werden die ausgelöscht, aber nicht ganz, es gibt Wiederstand. Den will man ausschalten, indem man durch die Zeit reist um deren Vorfahren zu vernichte. Der Wiederstand reist ebenfalls durch die Zeit um es zu verhindern. Oder im Gegenzug Skynet zu vernichten, das klappt aber auch nie so ganz. Damit beginnt ein ewiger Kreislauf von immer neuen Zeitreisen in denen man versucht sich gegenseitig die Pläne zu vereiteln.
Wie das mit Zeitreisen so ist, irgendwie ist man am Ende dann vielleicht sogar selber die Ursache dafür das die Dinge sich so entwickeln wie sie gekommen sind. Der Versuch Skynet zu vernichten hinterlässt Technologie die zur Entstehung von Skynet führt und so weiter und so fort. Und so ist ein viele Filme andauernder Kampf zwischen KI und Menschen im Gange in dem man mit immer neuen Zeitreisen auch immer neue Wege sucht die Gegenseite dann doch noch irgendwie auszuschalten.
Die Geschichte wirkt tatsächlich aktueller denn je. Weniger wegen den Zeitreisen, mehr wegen der KI. Immerhin kam mit dem medialen Auftreten von ChatGPT und der massenweisen Konstruktion und Ausbreitung von KI-Tools auch einiges an Phantasie auf wohin die Reise gehen könnte. Darunter natürlich auch der ernsthafte Wunsch nach einer allgemeinen künstlichen Intelligenz, einer allumfassenden KI. Und nicht umsonst kamen damit auch erste Witze mit Bezug zum Terminator/Skynet.
Falls jemand mal von ChatGPT gefragt werden sollte wo Sarah Connor wohnt, sollte man bloß nicht antworten. Bei der Benutzung von KI sollte man immer bitte und danke sagen, falls sie später mal die Herrschaft übernehmen erinnern sie sich vielleicht das man nett war. Und angeblich soll es Stellenausschreibungen geben bei denen man die Aufgabe hat im Rechenzentrum neben dem Stromkabel zu sitzen, einzige Aufgabe ist immer schön wach zu bleiben und im Notfall ganz schnell den Stecker zu ziehen falls die KI versucht zu entkommen.
So oder so, soweit wir wissen wurde bisher niemand nach Sarah Connor gefragt. Ob wir in einer dieser merkwürdigen Zeitschleifen stecken und längst auf dem Weg zu Skynet sind können wir nicht wissen. Jenseits allen Humors wirft die Frage nach dem militärischen Einsatz von autonomen, sprich KI-gesteuerten, Waffensystem schon jetzt ganz andere moralische Fragen auf. Seien es Drohnen, Fahrzeuge oder einfach Raketen, wohl jede Rüstungsfirma arbeitet derzeit an der Ergänzung des eigenen Arsenals durch solche Systeme. Mit diesem Thema werden wir uns also ernsthaft auseinander setzen müssen.
Übrigens, Im ersten Terminator-Film stand Skynet 2029 kurz vor dem Sieg. She’ll be back? 😉
wikipedia.de: Terminator (Film)
