Facebook auf Steuerflucht

Facebook tut, was jedes Unternehmen tut, wenn es sich das leisten kann. Es versteckt seine Steuern. Facebook hat sich nur dieser Tage mal besonders dabei erwischen lassen.

Facebook soll 2012 ungefähr 1,8 Milliarden Umsatz gemacht haben (1 800 000 000). Darauf sind aber nur 1,9 Millionen Steuern gezahlt worden (1 900 000). Das sind dann 0.001 % Steuern. Ein netter Steuersatz! (golem, guardian)

Facebook

Funktionieren soll das ganze so: „Facebook Ireland“ ist als Headquarter für Facebook weltweit in Irland registriert, und zahlt dort seine Steuern. „Facebook Ireland“ ist aber nicht Besitzer der Idee hinter Facebook. Besitzer der Idee ist die „Facebook Holding“. Und damit „Facebook Ireland“ die Idee benutzen darf, zahlt sie an die „Facebook Holding“ eine Gebühr. Diese Gebühr ist aber leider so hoch, das „Facebook Ireland“ keinen Gewinn mehr macht, sondern ständig Verluste. Somit muss die arme kleine „Facebook Ireland“ auch nicht so viele Steuern zahlen, denn sie ist ohnehin notorisch pleite.  Oh, die „Facebook Holding“ ist übrigens auf den Caymans registriert, und in Irland eben nicht steuerpflichtig.

Das ganze System wird als „Double Irish“ bezeichnet, und ist allgemein bekannt. So ziemlich alle größeren Firmen und Geldbesitzer sind da fröhlich mit drin.

Nun will man gegen solcherlei Steuer-Tricks schon länger vorgehen. Passieren tut allerdings bisher wenig. Was nicht weiter verwunderlich ist, wenn man die Lobby-Gelder betrachtet, die diese Firmen ausgeben. Welche politische Institution möchte darauf schon verzichten.

Ich würde ja vorschlagen, das sich einfach mal all die kleinen und mittelständischen Unternehmen so ein Konstrukt zulegen und das nach machen. Ich meine all die, die nicht mehrere Millionen für Lobby-Arbeit ausgeben. Ich frage mich, wie schnell die Lücke dann geschlossen wäre. Und wie lange wir brauchen, um die neue Lücke zu finden, in die dann die Vertriebenen geschlüpft sind.

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