Das kleinere Übel?

Harald Welzer ist Sozialpsychologe. Er schreibt über Wahlen. Es geht ihm darum, das man heute dazu neigt das sogenannte „kleinere Übel“ zu wählen. Es gibt da diese alten Schulweisheiten, mit denen heute noch die Menschen mit erhobenem Zeigefinger durch die Straßen laufen und sagen „ihr müsst wählen, sonst passiert noch etwas viel schlimmeres!“. Ich denke, das die deutsche Geschichte verwendet wurde, um die Menschen zu indoktrinieren, und von einem System zu überzeugen, das sich längst selbst ad absurdum geführt hat.

Nun, es hat funktioniert. Es funktioniert bis heute. Und alle laufen sie dem nach, wie die braven Schäfchen.

Tatsächlich dürfte es zur Ironie der postdemokratischen Ära zählen, dass die Letzten, die mit der Parteizugehörigkeit politische und damit inhaltliche Unterschiedlichkeit verbinden, Politikerinnen und Politiker sind,

Wahlen sind demokratisch, wenn sich damit der Wählerwille in Regierungshandeln übersetzen kann.

Das Ende des kleineren Übels

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