Facebook wächst?

Facebook hat ebenfalls Zahlen veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der täglich aktiven Nutzer um 25% auf 728 Millionen gestiegen. Monatlich aktiv sollen 1,19 Milliarden sein. Umsatz und Gewinn haben ebenfalls zugelegt. (heise)

Der Zuwachs fällt dabei allerdings in einigen Bereichen geringer aus als in der Vergangenheit. So hatte Facebook in den USA und in Kanada die geringste Steigerungsrate in diesen Ländern bisher. (golem)

Gleichzeitig zeigt sich ein Rückgang in den Nutzerzahlen bei jugendlichen. Die Zahl der Facebook-User unter den jugendlichen sei zwar stabil, aber man würde nach eigenen Angaben einen Rückgang in der Frequenz feststellen. Immer weniger Benutzer in diesem Bereich sind noch täglich auf Facebook unterwegs. (heise)

Anzeichen für eine Sättigung? Erste Anzeichen eines Trends, oder nur Schluckauf? Die letzten echten Neuerungen in Facebook sind schon eine Weile her. Jeder nutzt es mittlerweile, man hat sich daran gewöhnt, es wird normal. Nicht mehr wichtig genug um täglich rein zu schauen. Allerdings kann das zur Spirale werden: gerade der tägliche Blick ist nur dann notwendig, wenn sich auch täglich etwas tut. Wenn sich nichts tut, muss ich nicht reinschauen. Wenn ich aber nicht reinschaue, veröffentliche und kommentiere ich auch nichts, und es tut sich noch weniger.

Viele haben Facebook auch einen gewissen Suchteffekt zugesagt. Man war praktisch gezwungen täglich rein zu schauen, um nichts zu verpassen. Wie das mit einer Sucht immer so ist, der Kater vermiest einem die Stimmung. Wenn man erst mal einen Tag nicht rein schaut, kann man es am folgenden eigentlich auch gleich lassen, man hat ja eh schon einen Tag verpasst. Der Suchteffekt wird zum Gegeneffekt.

Ich denke nicht das Facebook verschwinden wird. Aber es könnte sein, das der Hype nun einfach vorbei ist. Man besinnt sich, schaut sich um, entdeckt möglicherweise Plattformen die einem mehr liegen. Vielleicht stellen auch viele fest, das Facebook eigentlich gar nicht so viele Inhalte hat. Ein Großteil der Nachrichten die ausgetauscht werden, sind doch recht oberflächlich. Dafür schaut man eben auch nicht unbedingt täglich rein. Irgendwann ist jeder Witz mal gemacht.

Möglicherweise kann man sich auch in eine neue Dimension gesund schrumpfen. Weniger Nachrichten in den Chroniken, aber dafür mit mehr Inhalt? Eine gesunde Kommunikations- und Kollaborationsplattform, statt eines Medien-Hypes mit Kilotonnen an Katzen- und Spruchbildern? Möglich wäre es.

Wenn Facebook jetzt den Fehler begeht, und versucht sich zu wehren, könnte allerdings auch der nächste Spiraleffekt eintreten. Nicht selten wird den schwindende Zahlen mit dem Versuch begegnet, professioneller zu werden. Man wendet sich der zahlenden Kundschaft zu, verbessert deren Komfort und ihre Möglichkeiten, damit sie bloß bleiben. Damit wird aber die Fangemeinde vergrault, die dem ursprünglichen Gedanken erlegen war. Nicht selten wird an genau der Stelle, an der ein Gesund-Schrumpfen einsetzt, der wahre Zweck eines Unternehmens zu offensichtlich, als das die Fans erhalten bleiben können.

Spätestens wenn die Kommunikationskanäle sich mit Kommentaren füllen, in denen es heißt „die sind ja nur noch auf das Geld aus, früher war alles besser“, weiß man das die Stunde geschlagen hat. Spiele-Entwickler im MMOG-Bereich können da ein Lied von singen, dort gab es diesen Prozess in den letzten Jahren mehrfach (Massive Multiuser Online Game, Free-to-Play-/Itemshop-/Abonnement-Spiele und die Umstellung von einem zum anderen).

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