Habitica oder „Arbeit mit Spaß“

Habitca ist ein Projekt mit dem die Leute ihre Aufgaben organisieren sollen und auch noch Spaß daran haben sie zu erledigen.

 

Habitica

Was ist Habitica?

Habitica wurde ursprünglich als Zeitmanagement-Tool entwickelt. Dabei unterteilen sich Aufgaben in folgende Kategorien:

  • Gewohnheiten
  • Tägliche Aufgaben
  • ToDo

Bei den Gewohnheiten kann man sowohl positive als auch negative Gewohnheiten anlegen. Obst essen zum Beispiel ist positiv, Schokolade essen negativ. Mails checken ist wieder positiv. Die täglichen Aufgaben sind Dinge die auf jeden Fall jeden Tag erledigt werden müssen, wobei die Wochentage einstellbar sind an denen sie aktiv sein sollen. Die ToDo-Liste sind einmalige Aufgaben die irgendwann erledigt werden können. Hier können zusätzlich Unterpunkte zum abhaken angelegt werden, außerdem kann man ein Datum einstellen an dem sie fällig sind.

Allen Aufgaben lassen sich verschiedene Schwierigkeitsgrade zuordnen (Trivial, Einfach, Mittel, Schwer). Zu jeder Aufgabe können Notizen angelegt werden, und jede Aufgabe kann einem oder mehreren „Tags“ zugeordnet werden um sie zu sortieren (zum Beispiel „Arbeit“ und „Privat“). So lassen sich alle Aufgaben nach Thema gefiltert anzeigen.

Zu jedem Aufgabentyp gibt es noch spezifische Filter. Die Gewohnheiten lassen sich nach „Alle“, „Holprig“ und „Läuft gut“ anzeigen. Die täglichen Aufgaben nach „Alle“, „Fällig“ und „Grau“ (fllig sind unerledigte des Tages, grau sind erledigte). Die ToDo’s lassen sich nach „Aktiv“, „Datiert“ und „Erledigt“ filtern.

Mit den Filtern und der Möglichkeit alle Aufgaben jederzeit per Drag’n’Drop neu zu sortieren kann man auch bei reichhaltigen Aufgabenlisten den Überblick behalten.

Ein Clou: in jeder Aufgabe lassen sich auch Links hinterlegen. wer also täglich ein Webseite prüfen muss oder im Webmailer seine Mails abrufen, kann den Link auf die entsprechende Seite direkt in der Aufgabe hinterlegen.

Wo ist der Spaß?

Um das ganze noch ein wenig spannender zu machen haben die Entwickler sich für die sogenannte Gamification entschieden. Dabei werden einer Software spielerische Elemente implementiert um die Arbeit damit zu erleichtern bzw. eine weitere Motivation zu erschaffen (zum Beispiel durch Belohnungen, Fortschritt oder Verantwortungsgefühl).

Im Falle von Habitica hat man sich für ein Rollenspiel entschieden. Jeder Mitspieler verfügt über eine kleine Spielfigur. Wenn man seine Aufgaben erfüllt bekommt die Figur Gold und Erfahrungspunkte. Hat sie genug Erfahrung gesammelt steigt sie ein Level auf. Mit dem Gold lassen sich Belohnungen kaufen (eine schicken Helm zum Beispiel). Manchmal bekommt man auch Gegenstände wie Eier aus denen Haustiere schlüpfen können (wenn ich den passenden Schlüpftrank finde) oder Futter mit denen ich die Haustiere füttern kann bis sie zu Reittieren heranwachsen. Irgendwann habe ich also einen starken Ritter mit einem tollen Reittier und vielen kleinen Begleitern. Noch ein Clou: wenn ich einer negativen Gewohnheit nachgehe oder eine tägliche Aufgabe nicht erfülle erleide ich Schaden, verliere also Lebenspunkte. Wenn meine Lebenspunkte auf Null sinken kann ich wieder ein Level runter gestuft werden und verliere einen zufälligen Gegenstand.

Doch damit nicht genug. Zusätzlich lassen sich Gruppen bilden, die gemeinsam auf Abenteuer (Quests) gehen können. Dabei gibt es meist ein böses Monster zu erschlagen. Wenn sie das tun muss jedes Mitglied der Gruppe jeden Tag seine Aufgaben erledigen. Für jede erledigte Aufgabe erleidet der Gegner Schaden. Erfüllt ein Mitglied der Gruppe eine tägliche Aufgabe nicht, greift der Gegner das Mitglied an und fügt ihm Schaden zu. Bosskampf durch tägliche Aufgaben sozusagen. Solche Kämpfe können sich dann schon mal eine Woche hin ziehen. Zusätzlich zu den Quests kann jeder Mitspieler sogenannte „Challenges“ erstellen. Dabei wird eine Aufgabe definiert die alle Teilnehmer erfüllen müssen (z.B. jeden Tag Zähne putzen). Der Gewinner (wer am besten abschneidet) bekommt eine Belohnung. Die Belohnung kann vom Erschaffer der Challenge frei definiert werden.

Zusätzlich kann jeder Spieler selbst Belohnungen entwerfen. Zum Beispiel „Film gucken“ für 10 Gold. Diese Belohnung ist dann genau so käuflich wie eine dieser tollen Rüstungen. Wir alle kennen das, die Kinder wollen jeden Tag fern sehen. Aber man kann sich ja einigen. Zähne putzen bringt 2 Gold, Film gucken kostet 10 Gold. Wer die ganze Woche Zähne putzt kann Freitag einen Film sehen. Das ganze geht auch ernsthafter: Wenn ich diese superschwere ToDo „Artikel schreiben“ mitsamt den fünf Unterpunkten erledigt habe darf ich bestimmt auch einen Film gucken. Entweder das oder ich esse noch fünf Äpfe (Obst essen) und mache einen Spaziergang (Bewegung), dann kann ich mir vielleicht den tollen neuen Plattenpanzer kaufen und freue mich genau so sehr wie über den Film. 😉

Und nun?

Damit das ganze auch überall funktioniert gibt es natürlich auch Mobile-Apps für Android und iOS. Möglichkeiten bietet diese Anwendung viele. Motivation auch. Für kleine vielleicht sogar noch mehr als für große, aber die großen sollten eh mehr Disziplin haben. Disziplin ist auch genau das Problem: die Anwendung kann eine enorme Hilfe sein, wenn man sie richtig nutzt. Allein die Organisation von Aufgaben ist ausgezeichnet. Ich persönlich habe meine vorher genutzte ToDo-App vom Handy bereits herunter geworfen und nutze nur noch Habitica, Mobil genau so wie auf dem Desktop. Da alle Aufgaben selber definiert werden, genau so wie Belohnungen angelegt werden können, funktioniert das Ganze natürlich nur wenn man ehrlich mit sich selbst ist. Ich kann auch eine Gewohnheit anlegen die da lautet „Gewohnheit angeklickt“ und die dann den lieben langen Tag durchklicken. Zwei Dinge sind damit sicher: viel Gold, viel Erfahrung, und Langeweile in kürzester Zeit.

Selbstbetrug ist eben keine lohnende Methode. Habitica schon.

Ich empfehle es zu probieren! Ladet Eure Kollegen oder die Familie ein und schaut wer fleißig ist beim Abwasch oder Müll raus bringen. Verdient Euch den Fernsehabend und erschlagt gemeinsam böse Monster. Sammelt Haustiere und freut Euch über Plattenrüstungen. Es kann Spaß machen! Liegt an jedem selbst …

Vorteile im Überblick

  • Aufgaben lassen sich in Gewohnheiten, Dailys und ToDo organiseren.
  • Zu jedem Aufgabentyp gibt es passende vordefinierte Filter.
  • Alle Aufgaben lassen sich zusätzlich mit Schlagworten filtern.
  • Jeder Aufgabe kann ein Schwierigkeitsgrad zugeordnet werden.
  • In allen Aufgaben lassen sich Notizen und Web-Links hinterlegen.
  • Alle Aufgaben und eigene Belohnungen kann man selbst definieren. Komplette Freiheit.
  • Frei und kostenlos nutzbar.

Nachteile im Überblick:

  • Da alle Aufgaben selber definiert werden gibt es viele Möglichkeiten für Selbstbetrug. Die Kehrseite der Freiheit.
  • Keine Möglichkeit anderen Accounts Aufgaben zuzuweisen. Familien mit Kindern zum Beispiel können die Kinder nicht vor dem Selbstbetrug bewahren.
  • Die Zusammenarbeit in Gruppen beschränkt sichauf gemeinsame Quests und Challenges. Keine explizite Zuweisung von Aufgaben an einzelne Personen möglich.
  • Jeder Account kann nur einer Gruppe angehören. Keine Aufteilung in Arbeitsgruppen wenn eine Person mehreren Gruppen angehört.
  • Nur ein allgemeiner Gruppen-Chat.
  • Zuweisung von Aufgaben geht nur durch Aufnahme aller in eine Gruppe und die Einteilung der Arbeitsgruppen in Challenges. Da die Challenge von der Person explizit gewählt werden muss ist bei größeren Gruppen ddie Kommunikation schwierig.

Weiterführende Links:

https://www.habitica.com/

https://habitica.com/static/faq

http://habitica.wikia.com/wiki/FAQ

https://play.google.com/store/apps/details?id=com.habitrpg.android.habitica

https://itunes.apple.com/us/app/habitica/id994882113?ls=1&mt=8

https://de.wikipedia.org/wiki/Habitica



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