Was „StarTrek“ und die „Raumpatrouille Orion“ gemeinsam haben, und warum das Thema heute wieder aktuell ist.

Zuerst zu den Gemeinsamkeiten. StarTrek wurde von Gene Roddenberry in den USA ins Leben gerufen, Raumpatrouille Orion von Rolf Honold in Deutschland, aber beide gingen fast gleichzeitig auf Sendung. Beide brechen mit Teilen der damaligen Konventionen. Während StarTrek schon berühmt dafür ist eine internationale Crew inklusive Frauen auf der Brücke zu haben, ging letzteres bei Orion etwas unter. Generell zeichnen beide allerdings ein deutlich positiveres Bild der Zukunft als manch andere Science-Fiction das bis heute tut.
Welche Zukunft erwartet uns?
Eine der interessantesten Fragen im Science-Fiction-Genre ist immer die: wie wird unsere Zukunft wohl aussehen? Was erwartet uns? Dabei ist nicht zu übersehen wie Science-Fiction und Gegenwart sich gegenseitig beeinflussen. Geschichten-Schreiber projizieren aus der Gegenwart in die Zukunft, während Forscher und Denker sich von den dabei entworfenen Szenarien wieder inspirieren lassen wenn sie Pläne in der Gegenwart schmieden. Eine Wechselwirkung (siehe auch).
Wenn man sich StarTrek und Orion ansieht kann man auf einiges nur hoffen. Gene Roddenberry hatte Mut. In Zeiten des kalten Krieges und der Rassentrennung, kurz nach dem zweiten Weltkrieg, schrieb er eine Serie mit einem russischen, einem japanischen, und einer farbigen Offizierin auf der Brücke. Der Klassenfeind, der besiegte Feind, eine farbige und obendrein noch Frau, alle sind Offiziere und arbeiten auf Augenhöhe zusammen. Das Konzept passte nun wirklich nicht in die 60’er. Vielleicht war es gerade deswegen irgendwann doch erfolgreich.
Während die Raumpatrouille Orion nicht lange fortgesetzt wurde, lebt StarTrek bis heute weiter. Schön zu sehen, mit der ersten Fortsetzung „Next Generation“ wurde auch das Konzept fortgesetzt. So gab es Männer in Röcken auf der Enterprise. Eine schöne Anekdote ist auch die um Captain Picard und seine Glatze. Man hatte überlegt was wahrscheinlicher ist, ob man in der Zukunft Mittel gegen Haarausfall gefunden hat, oder sich schlicht nicht mehr darum schert ob jemand eine Glatze hat. Man entschied sich für letzteres.
In späteren Serien und Filmen wurden die Szenarien teilweise düsterer und schiesswütiger. Seine Wurzeln konnte StarTrek aber nie verbergen. Somit wurden die neuen Szenarien eher, mal mehr mal weniger, gut gelungene Auseinandersetzungen mit der eigenen Moral unter Stress. Was tut man mit seinen hehren Motiven wenn die eigene Existenz bedroht ist? Darf man ein Volk auslöschen das es sich zum Ziel gesetzt hat uns auszulöschen? Uralte philosophische und moralische Fragen, die hier immer wieder auf dem Bildschirm landen.
Und die Wechselwirkung?
Sie lebt heute mehr denn je. Das begann seinerzeit schon mit harmlosen Dingen wie dem Spaceshuttle Enterprise das nach dem fiktiven Raumschiff benannt wurde, um dann in späteren Serien wieder als Vorgänger der Raumschiffe im Vorspann aufzutauchen. Es geht heute bis hin zu absurden Dingen wie der Space-Force der USA, die sich regelrecht ein StarTrek-Badge als Logo angeeignet haben. Wobei die Hymne wirklich wie eine Parodie wirkt.
Tatsächlich finden wir heute in den Medien viele verbale Anleihen, die stellenweise aber eher an StarWars erinnern. So wird überall von einer Aufrüstung auch im Weltraum berichtet. Souveränität von den USA erfordert europäische Satteliten, Satteliten spionieren Satteliten aus, Kernwaffen die im Orbit stationiert werden, und Anti-Satteliten-Waffen. Derzeit tendieren die Begrifflichkeiten also eher zu Space-Wars denn zu Star-Trek.
Dabei gibt es genug positive Beispiele. Japanische Sonden sollen zum Marsmond fliegen, mit europäischer Beteiligung. Der ist noch nie besucht worden, geschweige denn untersucht. Europäische Sonden sind gleichzeitig auf dem Weg zu einem Doppelasteroiden der vor einiger Zeit von einer NASA-Sonde absichtlich getroffen wurde. Man will Erkenntnisse sammeln auch in Bezug auf mögliche absichtliche Bahnveränderungen von Asteroiden zum Schutz der Erde. Das sind doch durchaus Dinge die eher an einen Star-Trek erinnern.
Es bleibt also spannend wenn es darum geht wie sich unsere Zukunft entwickelt. StarTrek oder StarWars? In beidem haben wir immerhin eine Chance. Richtig schlimm wird es erst bei Alien oder Warhammer … 😉
heise.de: 60 Jahre „Star Trek“
heise.de: Zahlen, bitte! NCC-1701
heise.de: Das deutsche „Star Trek“
youtube.com: Verteidigung im Weltraum
telepolis.de: USA setzen auf Weltraum-Dominanz
