Holodeck incoming

Wie das immer so ist, wird die Technologie in Science-Fiction meistens belächelt. Bis sie dann Realität wird.

Ich weiß noch, es gab mal eine Serie, „Knight Rider“. Inhalt und Stil wollen wir mal außer acht lassen, da kann man sich immer drüber streiten. Das es in jeder Folge ein „Gadget der Woche“ gab auch. Natürlich hat „K.I.T.T.“ am Anfang der Folge eine neue Beschichtung bekommen, die ihn für 3,5 Sekunden gegen Laserbeschuss schützt, um in genau der Folge für 3,4 Sekunden mit einem Laser beschossen zu werden, und danach nie wieder. Es waren halt die 80er und Geschichten wollen erzählt werden.

Ein wesentlicher Aspekt an der Serie war für mich aber genau „K.I.T.T.“, das Auto. Er konnte selber denken, kommunizieren und handeln. Er hatte seinen eigenen Charakter und war eher sowas wie ein Partner oder guter Kumpel für den Hauptcharakter. Die beiden standen auch immer in Kontakt, statt eines klobigen Funkgerätes konnten sie über eine Armbanduhr miteinander sprechen. Brauchte der Hauptdarsteller seinen Partner irgendwo, hat er ihm über die Uhr den Plan mitgeteilt und K.I.T.T. hat den Rest selbst erledigt. Wie ein richtiger Partner eben.

Seinerzeit haben sich viele darüber lustig gemacht. Völlig unrealistisch sei das ganze. Heute haben wir Smart-Watch, Spracherkennung, autonomes Fahren und KI. Wer noch etwas mehr schmunzeln möchte kann sich mal die Gadgets und Funktionen anschauen die K.I.T.T. so hatte, man wird einiges davon heute wieder erkennen. So viel also dazu. Aber ich schweife ab.

Holodeck

Was ist ein Holodeck? Ich kenne es hauptsächlich aus StarTrek. Mit „StarTrek – Next Generation“ bekam die Enterprise einzelne Räume, die in der Lage waren jede beliebige Umgebung per Hologramm nachzubilden. Auch hier gab es einen Computer im Schiff der per Sprache kommunizieren konnten. Ein paar Befehle an den Computer und er hat das Szenario der Wahl im Holodeck nachgebildet. Noch ein paar Ergänzungen oder Veränderungen bis der Anwender zufrieden war, dann konnte es losgehen.

Seinerzeit natürlich vollkommen unrealistisch. Und ja, die Idee hatte einige logische Schwächen. Trotz der scheinbar unendlichen Möglichkeiten der Nachbildung, haben die Protagonisten sich ja trotzdem in einem Raum bewegt wenn sie durch die Szenerie gelaufen sind. Irgendwann mussten sie ja mal an Wände stoßen. Diese Feinheiten waren vermutlich wieder der künstlerischen Freiheit geschuldet. Doch was haben wir heute?

Wir kennen wohl alle die derzeit in Teilen noch recht klobigen VR-Brillen. Damit kann man sich zumindest schonmal in 3D-Welten umschauen und bekommt das Gefühl wirklich Teil der Szene zu sein. Das geht soweit das einigen Menschen dabei schwindelig wird. Ergänzen kann man diese Brillen um eine Plattform auf der die Menschen sich bewegen können, ein sogenanntes „Omnidirektionales Laufband“. Nun kann ich mich mit der Brille auf dem Laufband in jede Richtung bewegen und mit der virtuellen Welt interagieren.

Das omnidirektionale Laufband scheint der aktuelle Höhepunkt der Entwicklung zu sein wenn es um die Simulation einer theoretisch unendlichen virtuellen Welt geht. Viele weitere Techniken kommen hinzu. Extended Reality, Augmented Reality, Mixed Reality, Virtual Reality, es gibt eine ganze Reihe von Produkten und auch schon praktischen Umsetzungen in diesem Bereich. Was mit Spielereien wie der Anzeige kleiner Wesen in der echten Welt begann (siehe auch Pokemon GO) können wir heute alle auf Amazon nachvollziehen wenn wir uns die zu kaufenden Artikel mit dem Smartphone in unsere Räumlichkeiten einblenden können. Hinzu kommen Dinge wie virtuelle Ausbildung für den Nachwuchs, virtuelle Konstruktion für Ingenieure, Fahrsimulatoren für Fahrschüler oder sogar virtuelles Schießtraining für Polizei und Militär. Nicht wenige konnten auch schon ihre geplante Küche im örtlichen Küchenstudio in 3D vorab simuliert betrachten.

All diese Entwicklungen und immer professionelleren Umsetzungen werden nun um den generativen Faktor von KI ergänzt. Wenn ich einer KI per Prompt mitteilen kann welche Welt ich dargestellt haben möchte, dann fehlt nicht mehr viel zum Holodeck. Statt eines Prompts brauchen wir Spracheingabe, was heute auch nicht mehr unrealistisch ist. Statt einer Brille und einem Laufband brauche ich einen Raum mit echten Hologrammen, was wir auch schon in einigen Shows beeindruckend vorgeführt bekamen. Das die virtuellen Welten noch nicht so richtig wie reale Welten aussehen? Nun, das scheint mit keine echte Hürde. Schauen wir uns die Grafik der ersten Computerspiele an und welche Entwicklung sie bereits hinter sich haben, dann sollte klar sein das wir dort im Bereich VR und Holographie auch bald deutliche Fortschritte sehen.

In diesem Sinne, wann werden wir wohl das erste „echte“ Holodeck sehen? So wie ich meinem Auto ja heute auch sagen kann wohin ich fahren will und welche Musik ich dabei hören möchte?

wikipedia.org: Knight Rider

wikipedia.org: Holodeck

fraunhofer.de: Holodeck 4.0

nvidia.com: NVIDIA Holodeck

wikipedia.org: Extended Reality

wikipedia.org: Omnidirektionales Laufband

wikipedia.org: Holografie

heise.de: Dieses KI-Tool erschafft per Prompt komplette 3D-Welten